Avodah Zarah 129

Kapitel 129

א לאבידרנא ביום אידם אמר ידענא ביה דלא פלח לעבודת כוכבים א"ל רב יוסף והתניא איזהו גר תושב כל שקיבל עליו בפני ג' חברים שלא לעבוד עבודת כוכבים כי תניא ההיא להחיותו
1 an Abidarna an einem ihrer Feste, indem er sagte: Ich weiß von ihm, daß er keine Götzen anbetet. – R. Joseph sprach zu ihm: Es wird ja aber gelehrt, nur derjenige sei Beisaßproselyt, der vor drei Genossen auf sich genommen hat, keine Götzen anzubeten!? – Diese Lehre spricht von [der Pflicht] seiner Unterhaltung. –
ב והאמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן גר תושב שעברו עליו י"ב חדש ולא מל הרי הוא כמין שבעובדי כוכבים התם כגון שקיבל עליו למול ולא מל
2 Aber Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, ein Beisaßproselyt, der nach Ablauf von zwölf Monaten sich nicht beschneiden ließ, gelte als Häretiker der weltlichen Völker!? Dies nur, wenn er auf sich genommen hat, sich beschneiden zu lassen, und dies unterläßt.
ג רבא אמטי ליה קורבנא לבר שישך ביום אידם אמר ידענא ביה דלא פלח לעבודת כוכבים אזל אשכחיה דיתיב עד צואריה בוורדא וקיימן זונות ערומות קמיה א"ל אית לכו כה"ג לעלמא דאתי א"ל דידן עדיפא טפי מהאי א"ל טפי מהאי מי הוה א"ל אתון איכא עלייכו אימתא דמלכותא אנן לא תיהוי עלן אימתא דמלכותא א"ל אנא מיהא מאי אימתא דמלכותא איכא עלי
3 Raba sandte einst ein Geschenk an Bar Šešakh an einem ihrer Feste, indem er sagte: Ich weiß von ihm, daß er keine Götzen anbetet. Als er zu ihm kam, traf er ihn bis an den Hals in einem Rosenbad sitzen und nackte Huren um ihn stehen. Da sprach dieser zu ihm: Habt ihr so etwas in der zukünftigen Welt? Jener erwiderte: Was wir haben, ist besser als dies. Dieser entgegnete: Gibt es etwas Besseres als dies? Jener erwiderte: Ihr habt Furcht vor der Regierung, wir aber werden keine Furcht vor der Regierung haben. Dieser entgegnete: Welche Furcht habe ich denn vor der Regierung!?
ד עד דיתבי אתא ההוא פריסתקא דמלכא א"ל קום דקבעי לך מלכא כי נפיק ואזיל א"ל עינא דבעי למיחזי לכו בישותא תיפקע א"ל רבא אמן פקע עיניה דבר שישך
4 Während sie saßen, kam ein Bote des Königs und sprach zu ihm: Komm, der König verlangt nach dir. Als er fortging, sprach er zu ihm: Platzen mag das Auge, das Böses an euch sehen will. Da sprach Raba: Amen! Hierauf platzte das Auge des Bar Šešakh.
ה אמר רב פפי איבעי ליה למימרא ליה מהאי קרא (תהלים מה, י) בנות מלכים ביקרותיך נצבה שגל לימינך בכתם אופיר אמר ר"נ בר יצחק איבעי ליה למימרא ליה מהכא (ישעיהו סד, ג) עין לא ראתה אלהים זולתך יעשה למחכה לו:
5 R. Papi sagte: Er sollte ihm mit folgendem Schriftverse erwidert haben: <i>Königstöchter sind unter deinen Geliebten, die Kebse steht zu deiner Rechten in Ophirgold</i>. R. Naḥman h. Jiçḥaq sagte: Er sollte ihm mit folgendem Schriftverse erwidert haben: <i>Es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut, was für den auf ihn Harrenden geschehen wird</i>.
ו שכרו לעשות עמו מלאכה אחרת: ואע"ג דלא א"ל לעיתותי ערב
6 H<small>AT ER IHN GEMIETET</small>, <small>BEI IHM ANDERE</small> A<small>RBEITEN ZU VERRICHTEN</small>. Also auch wenn er es zu ihm nicht gegen Abend gesagt hat,
ז ורמינהי השוכר את הפועל ולעיתותי ערב אמר לו העבר חבית של יין נסך ממקום למקום שכרו מותר טעמא דא"ל לעיתותי ערב אין כולי יומא לא
7 und dem widersprechend wird gelehrt, wenn einer einen Arbeiter mietet, und gegen Abend zu ihm sagt, daß er ihm ein Faß Libationswein von einer Stelle nach einer anderen umtrage, sei der Lohn erlaubt: also nur dann, wenn er es zu ihm gegen Abend gesagt hat, nicht aber, wenn während des ganzen Tages!?
ח אמר אביי כי תנן נמי מתניתין דאמר לעיתותי ערב תנן רבא אמר ל"ק הא דאמר ליה העבר לי מאה חביות במאה פרוטות הא דא"ל העבר לי חבית חבית בפרוטה
8 Abajje erwiderte: Unsere Mišna spricht eben von dem Falle, wenn er es zu ihm gegen Abend gesagt hat. Raba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat, daß er ihm hundert Fässer für hundert Peruṭas umtrage, und eines in dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat, daß er ihm das Faß für eine Peruṭa umtrage.
ט והתניא השוכר את הפועל ואמר לו העבר לי מאה חביות במאה פרוטות ונמצאת חבית של יין נסך ביניהן שכרו אסור חבית חבית בפרוטה ונמצאת חבית של יין נסך ביניהן שכרו מותר:
9 Desgleichen wird auch gelehrt: Wenn einer einen Arbeiter mietet und zu ihm sagt, daß er ihm hundert Fässer für hundert Peruṭas umtrage, und eines unter ihnen Libationswein enthält, so ist der Lohn verboten, wenn aber: das Faß für eine Peruṭa, und eines unter ihnen Libationswein enthält, so ist der Lohn erlaubt.
י השוכר את החמור להביא עליה יין נסך שכרו אסור: הא תו ל"ל היינו רישא סיפא איצטריכא ליה שכרה לישב עליה אע"פ שהניח עובד כוכבים לגינו עליה שכרו מותר
10 W<small>ENN ER EINEN</small> E<small>SEL MIETET</small>, <small>AUF DIESEM</small> L<small>IBATIONSWEIN ZU HOLEN</small>, <small>SO IST DER</small> L<small>OHN VERBOTEN</small>. Wozu ist dies nötig, dies ist ja dasselbe, was der Anfangsatz!? – Der Schlußsatz ist nötig: hat er ihn gemietet, auf ihm zu sitzen, so ist, auch wenn er auf ihn seinen Weinkrug gelegt hat, der Lohn erlaubt. –
יא למימרא דלגין לאו דינא הוא לאותוביה
11 Demnach hat [der Mieter] nicht das Recht, den Weinkrug aufzulegen,
יב ורמינהי השוכר את החמור שוכר מניח עליה כסותו ולגינתו ומזונותיו של אותו הדרך מכאן ואילך חמר מעכב עליו חמר מניח עליה שעורים ותבן ומזונותיו של אותו היום מכאן ואילך שוכר מעכב עליו
12 und dem widersprechend wird gelehrt: Wenn jemand einen Esel mietet, so darf der Mieter auf ihn sein Gewand, seinen Weinkrug und Speisen für diese Reise legen; alles andere kann der Eseltreiber zurückweisen. Der Eseltreiber darf auf diesen Gerste, Stroh und Speisen für diesen Tag legen; alles andere kann der Mieter zurückweisen!?
יג אמר אביי נהי דלגין דינא הוא לאותובי מיהא אי לא מותיב ליה מי אמרינן ליה נכי ליה אגרא דלגינתו
13 Abajje erwiderte: Zugegeben, daß er das Recht hat, auf ihn seinen Weinkrug zu legen, aber immerhin kann er nicht, wenn er keinen hinauflegt, den Lohn für den Weinkrug abziehen. –
יד ה"ד אי דשכיח למזבן חמר נמי לעכב ואי דלא שכיח למזבן שוכר נמי לא לעכב
14 In welchem Falle: bekommt man [Speise unterwegs] zu kaufen, so sollte auch der Eseltreiber zurückweisen können, und bekommt man keine zu kaufen, so sollte auch der Mieter nicht zurückweisen können!?
טו אמר רב פפא לא צריכא דשכיח למיטרח ולמזבן מאונא לאונא חמר דרכיה למיטרח ולמזבן שוכר לאו דרכיה למיטרח ולמזבן
15 R. Papa erwiderte: In dem Falle, wenn man mit Mühe von Herberge zu Herberge zu kaufen bekommt; es gehört zur Gepflogenheit der Eseltreiber, sich zu bemühen und zu kaufen, nicht aber gehört es zur Gepflogenheit des Mieters, sich zu bemühen und zu kaufen.
טז אבוה דרב אחא בריה דרב איקא
16 Der Vater des R. Aḥa, des Sohnes des R. Iqa,